Am Anfang etwas Geschichte
Kapitel 1

Die schwere Arbeit des Wäschewaschens von Menschenhand ist für viele von uns unvorstellbar, bzw. nicht mehr bekannt. Jüngeren Menschen ist dieser Fortschritt kaum mehr bewusst, obwohl der Fortschritt des Waschens mit Waschmaschinen sich erst vor rund 30 bis 40 Jahren durchgesetzt hat. Das Waschen der Wäsche ist heute so problemlos, daß diese Tätigkeit für jüngere Menschen kaum noch ein Gesprächsthema ist.

Die Geschichte des Waschens fing nicht mit der Erfindung der Seife, oder etwa der Waschmaschine an. Ältere Völker hatten auch schon ihre eigenen Erfahrungen mit der Wäsche. So findet man in einem Museum in Istanbul eine Tontafel mit der Rezeptur: "Zur Seifenherstellung nehme man ein Liter Öl und fünfeinhalb Liter Pottasche". Dabei handelte es sich um ungereinigte Asche, aus einer an kohlensaurem Kalium reichen Pflanze.

Unabhängig von der Seife war das erste Waschmittel der Menschen Wasser - kaltes Wasser. Bis sich herausstellte, daß heißes Wasser besser reinigt. Und heißes Wasser mit bestimmten Zusätzen sogar noch besser. Wie auch immer, das Waschen der Wäsche war durch die Jahrtausende niemals eine angenehme leichte Tätigkeit.

Bei den Ägyptern wurde bis ins Mittelalter hinein diese Arbeit mit den Füßen geleistet. Man stampfte die Wäsche bis sie sauber war. Ich habe in alten Filmen gesehen, wo ein Mann im Fluß steht und jedes Wäschestück einzeln ins Wasser taucht, es gegen einen Stein schlägt, es wieder eintaucht, ausschlägt und so weiter .... Knöpfe flogen in hohem Bogen davon. War die Wäsche dann endlich sauber (ohne Waschpulver und Seife) wurde sie zum Bleichen und Trocknen ausgebreitet. Im niederländischen Haarlem des 18. Jahrhunderts war das Wäschetreten ebenfalls die übliche Waschmethode.
Wäschereien in Rom wurden ausschließlich von Männern betrieben. Diese Wäscher "Fullones" genannt, bearbeiten die Wäsche ebenfalls mit den Füßen. Zu deren "Waschmitteln" kann u.a. auch der Urin von Mensch und Tier gezählt werden. Eine unangenehme aber gut bezahlte Arbeit. Ein noch heute geläufiger Spruch:
"Geld stinkt nicht" stammt aus dieser Zeit.

Wäschewaschen war zunächst Männerarbeit dann Frauenarbeit. Von der schweren Frauenarbeit der Wäscherinen erzählt noch heute ein altes Kinderlied. Vor allem früh verwitwete Frauen waren bis in unser Jahrhundert hinein gezwungen, sich und die Familie als Waschfrau über Wasser zu halten.

Wäschewaschen waren am Brunnen oder am Fluss auch eine öffentliche Angelegenheit. Große weiße Wäschestücke wurden an schönen Tagen auf Wiesen und Büschen zum Bleichen ausgebreitet. Auf den Flußsteg folgte das Waschhaus und später bildeten sich hier gewerbliche Großwäschereien. Das geriffelte Waschbrett war sicherlich weltweit verbreitet und ist, Dank den Skiffle-Groups, vielen noch heute ein Begriff.

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Homepage gesch1.htm© erstellt: 08.02.1999 update: 29.10.2004 URL:http://www.oldieWash.de e-Mail: wolter-berlin@t-online.de