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"Waschtag im Mietshaus" Kapitel 4

In den Industriestädten des 19. Jahrhundert stand im Mietshaus der Waschkessel auf dem Dachboden oder im Keller. Die Benutzung der Waschküche mußte umsichtig geplant werden. Jeder, der waschen wollte mußte sich beim Hausmeister in das Waschbuch eintragen. Die sich daraus ergebende Reihenfolge der Waschküchennutzung mußte genau eingehalten werden.

 

 

Aufwand für die "Große Wäsche"

Obwohl die Rührflügel-/Schlagkreuzmaschine schon vor dem zweiten Weltkrieg auftauchte und damals ein unerschwingliches Luxusgut war, setzte sie sich erst Anfang der 50er Jahre durch. Da diese Waschgeräte nur die körperliche Arbeit am Waschbrett reduzierte, konnte noch nicht von einem Vollautomaten gesprochen werden. Das Schlagkreuz mußte von Hand bewegt werden. Hierzu mußte meist ein etwa 1 Meter langer Holzknüppel hin und her bewegt werden. Ein kleines Getriebe übersetzte diese Bewegungen dann auf das Schlagkreuz.

Auch gab es Geräte, bei denen das Schlagkreuz durch Wasserdruck aus der Wasserleitung bewegt wurde. Diese Art von Antrieb war für mich faszinierend und ich hätte stundenlang zuschauen können, wie ein Kolben mittels Leitungswasserdruck, einen Hub ausführte und am Hubende, mittels Ventile gesteuert, den zweiten Kolben in die gegenläufige Richtung versetzte. Den relativ großen Wasserverbrauch nahm man hin. Welch große Arbeitserleichterung ging doch damit einher.

Die heiße Waschlauge und die heiße Wäsche wurde mittels Eimer dem Waschkessel entnommen und in die Bottich-Waschmaschine eingefüllt. Eine nicht ganz ungefährliche Arbeit, bei der immer Verbrennungsgefahr bestand. Entleert wurde das Gerät durch eine kleine Ablauföffnung am Bottichboden, verschlossen durch einen kleinen Schieber, unter dem ein Eimer stand. Verständlicherweise hatten diese Waschgeräte weder eine elektr. Heizung, noch sonstigen Komfort, wie er heute üblich ist. Ganz im Gegenteil. Wurde das Gerät längere Zeit nicht genutzt, trocknete der Holzbottich aus und wurde undicht. Hier konnte man sich nur so behelfen, daß vor dem Waschen so lange Wasser nachgefüllt wurde, bis durch die Quellkraft des Holzes bedingt, der Bottich wieder dicht war.

Auf der anderen Seite des Bottiches war bei ganz luxeriösen Geräten eine Wäschewringe befestigt. Diese mußte verständlicherweise ebenfalls von Hand betätigt werden. Mittels einer Kurbel bewegten sich zwei gegeneinanderlaufende Gummiwalzen, zwischen denen die Wäschestücke ausgepresst wurden. Das Drehen der Kurbel erforderte, insbesondere bei großen Wäschestücken, viel Kraft. Aber dies war leichter zu bewältigen als das Auswringen der Wäsche von Hand. Außerdem war das Ergebnis um ein Vielfaches besser.

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"Elektrifizierung" Kapitel 5
       
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Homepage gesch4.htm© erstellt: 08.02.1999 update: 23.12.2004 URL:http://www.oldieWash.de e-Mail: wolter-berlin@t-online.de