Am Anfang etwas Geschichte
"Trommel-Waschmaschinen" Kapitel 7

Anfang der 60er Jahre setzte sich ein neuer Typ von Waschgeräten durch. Die Trommelwaschmaschine. Zeitgleich wurde das Zweilaugenverfahren (Vorwäsche/Hauptwäsche) eingeführt. Dieses brachte noch günstigere Reinigungseffekte. Doch auch die Waschvollautomaten brachten nicht sofortige Erleichterung für alle. Denn in den sechziger Jahren stand erst in jedem zehnten Haushalt ein solches Gerät.

Ein weiterer großer Schritt wurde mit der elektromechanischen Programmautomatik getan. An einem Programmknopf konnte man den verschiedenen Textilien entsprechend, die Wassermenge, Temperatur, Waschmechanik und das Spülverfahren zugeordnet werden. Die Hausfrau brauchte sich nur noch für eines der vorgegebenen Waschprogramme, z.B. Kochwäsche, Buntwäsche Feinwäsche usw. zu entscheiden. Automatisch wurden Wassereinlauf, Wasserstand, Waschmotor, Heizung, Temperatur und Ablaufpumpe gesteuert. Die Schleuderwirkung war noch bescheiden und lag bei 300-400 U/min. Heutige Waschmaschinen erreichen Schleuderleistungen von 1600 U/min und die Entwicklung geht weiter.

Die beim Schleudern entstehende Unwucht war trotz der geringen Drehzahl erheblich. Die Waschgeräte mußten dies durch eigene Stabilität und mittels Bodenverankerung ausgleichen. Meist wurde ein Betonsockel gegossen, auf dem die Maschine mit Steinschrauben befestigt wurde. Diese Lösung bot sich verständlicherweise nur in Waschküchen an, wo der Fußboden meist aus Stein war. Für Mietwohnungen mit Holzfußböden war dies keine Lösung. Hier mußten, quer zu den tragenden Balken, stabile Holzbohlen geschraubt werden. Auf diese starken Bretter wurde dann das Waschgerät geschraubt. Trotzdem erzitterte beim Schleudern der Fußboden und in der Nachbarwohnung tanzte nicht selten das Geschirr im Küchenschrank. Auf Terrazzoböden wurden 4 Stück Gummianker, mittels 2-Komponentenkleber, aufgeklebt. Dies war eine elegante einfache Lösung, die aber noch nicht völlig zufriedenstellend war.

Auch wurden, infolge des nötigen Drehstromanschlusses, -380/220 Volt- besondere Ansprüche an die Elektro-Installation gestellt. Eine für damalige Verhältnisse nur selten durchzuführende Anschlußart, zumal Wohnhäuser meist nur mit 2-Leiter Anschluß -220Volt- ausgestattet waren. Das Aufstellen eines Waschautomaten in einer Mietwohnung war mietvertraglich geregelt und bedurfte der Zustimmung des Vermieters. Erst als Mitte der 60er Jahre Hersteller übergingen federnde Trommelaufhängungen zu verwenden, bahnte sich eine zufriedenstellende Lösung an.

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Homepage gesch7.htm© erstellt: 08.02.1999 update: 29.10.2004 URL:http://www.oldieWash.de e-Mail: wolter-berlin@t-online.de