Karl Louis Krauss

Im 12. Jahrhundert wurde der Ort Schwarzenberg/Erzgebirge von deutschen Handwerkern gegründet. Leicht schürfbare Eisenerze und holzreiche Wälder, billig nutzbare Wasserkraft und die günstige Lage der Handelsstraßen waren der Anfang eines eisenschaffenden Handwerks im Land Sachsen. Verständlich, dass hierdurch eine Entwicklung einsetzte, die in Generationen fortgesetzt, einen riesigen Schatz an Erfahrungen reifen ließ. Die Blechverarbeitung bestimmte für Jahrhunderte das Geschehen.

Karl Louis Krauss *25.04.1862  + 05.12.1927Von Karl Louis Krauss wurde im Jahr 1887 in Neuwelt bei Schwarzenberg eine Klempnerei gegründet. Bereits 1898 hat er die ehemalige Spulenfabrik, am rechten Ufer der Grossen Mittweida in Wildau, einem heutigen Stadtteil von Schwarzenberg, ein Grundstück gekauft, und 1899 darin die Produktion aufgenommen. Erster Erweiterungsbau war 1904 eine Feuerverzinkerei, die erste im Erzgebirge überhaupt. Aus Nagelschmieden Blech- und Löffelschmieden, entwickelte sich die Firma Krauss welche u.a. auch Benzinkanister, Wärmflaschen, feuerverzinkte Waschwannen und Wäschestampfer herstellte. Ein Betrieb, der eine wechselvolle Geschichte erlebte! In ihm wurde etwa um 1906 von Karl Louis Krauss, eine Doppeltrommel-Waschmaschine gefertigt. Nach heutigen Begriffen ein recht einfaches, handbetriebenes Gerät. Die Waschlauge musste mittels Kohlenfeuerung erhitzt werden. Ob auf dem Kochherd, in der Waschküche, im Freien oder im Stall betrieben, war das Gerät für damalige Verhältnisse eine Pioniertat. Die Waschmaschine bestand aus dem Ofen und der Waschmaschine, Beide Baugruppen waren lose zusammengesetzt und konnten je nach Einsatzzweck getrennt werden. Die Waschmaschine wurde auch als "Dampfwaschmaschine" bezeichnet. Das bei Kochwäsche Dampf in größeren Mengen austrat, hatte die unangenehme Eigenschaft einer nicht gerade wohlriechenden Atmosphäre. Insbesondere wenn sich die Dampfschwaden abkühlten war der Geruch nach "Kochwäsche" penetrant. Etwas, was die jüngere Generation kaum mehr kennt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Herstellungsmaschinen und das Inventar von den Sowjets als Reparationsleistung demontiert und enteignet. Doch bereits 1949 gelang es in bescheidenem Umfang wieder Waschmaschinen herzustellen. Bedingt durch das politische System in der ehemaligen DDR, entwickelte sich im Laufe der Jahre daraus das "VEB-Waschgerätewerk Schwarzenberg". Heute künden von den alten Produktionsanlagen nur noch Archive, Fotos, sowie Zeitzeugen. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands (1990) vollzog sich trotz innovativer Entwicklungen unter dem damaligen Namen FORON, das Ende einer langjährigen Firmengeschichte. Auf dem Gelände der ehemaligen Firma Krauss war die Firma TARAK angesiedelt und sie produzierten u.a. das Nachfolgemodell der legendären WM 66. Aus den hochgelegenen Etagen des alten Firmengebäudes lässt sich ein Blick werfen auf das ehemalige Wohnhaus der Familie Krauss und man kann mit etwas Phantasie, die vergangene Zeit an sich vorüberziehen lassen.

Ohne anderen Erfindern und Tüftlern etwas absprechen zu wollen, glaube ich sagen zu können, dass wir der Firma Krauss einen entscheidenden Entwicklungsschritt zur heutigen Waschtechnik hin zu verdanken haben. Ein weiteres Gerät der Firma Krauss finden Sie auf der nachfolgenden Seite beschrieben.

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Homepage krauss-01.htm © erstellt: 17.06.2002 update: 29.10.2013 URL:http://www.oldieWash.de e-Mail: wolter-berlin@arcor.de