Waschhilfen

 Die Lepper- Werke, 1906 als Generatorenfabrik von August Lepper gegründet, wurden nach dem Tod des Firmengründers von dessen Sohn Dr. Wilhelm Lepper 1931 übernommen und kontinuierlich ausgebaut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellten sich aufgrund des akuten Wohnraummangels neue Anforderungen an die Waschgerätetechnik: Waschküchen klassischer Prägung gab es vielerorts nicht mehr; gefragt waren jetzt preisgünstige Maschinen, die auch in kleinePulsatorscheiben Wohnungen betrieben werden konnten. Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern erkannte Dr. Wilhelm Lepper, Leiter der Lepper-Werke in Bad Honnef, das Potenzial dieser neuen Haushaltstechnik. Große Verkaufserfolge erzielten daher Waschgeräte, die nach dem Pulsatorprinzip arbeiteten: Mittels einer schnell rotierenden Waschscheibe im Waschbottich versetzen sie die Lauge in eine starke Strömung: Das Gewebe wird durch die intensive Durchflutung innerhalb weniger Minuten gereinigt. Kurze Waschzeiten, geringe Anschaffungs- und Betriebskosten und der geringe Platzbedarf waren die wesentlichen Vorzüge dieser Maschinen. Diese Entwicklung erkennend lief 1954 in Bad Honnef die erste „Lepper“ Haushalts-Schnellwaschmaschine vom Band und erreichte auch aufgrund der integrierten Laugenpumpe hohe Absatzzahlen.

 MATURA – „Die Ausgereifte“

Als vorausschauender Geschäftsmann und Techniker erkannte Wilhelm Lepper aber schon bald, dass die Zukunft des Waschens der neuen Trommelwaschtechnik gehören würde, die eine stärkere Automatisierung des Waschablaufs ermöglicht als das Pulsatorprinzip. So kam 1956 die erste Haushalts-Trommelwaschmaschine "Typ 111" von Lepper unter dem Namen „Matura“ auf den Markt und trat als 2. deutscher Vollautomat gegen die bis dahin konkurrenzlose „Constructa“ an. In den Folgejahren gingen zahlreiche richtungsweisende Innovationen in der wie z.B. die automatische Waschgerätetechnik von Lepper aus, Unwuchterkennung. (Unwucht - Kontroll - System auch UKS genannt.)

 

Waschmaschine Matura Lepper aus 1965

Die Maschinen der Marke „Matura“, die im Wesentlichen über das Versandhaus Quelle vertrieben wurden, erreichten ihre hohen Marktanteile in den 60er und 70er Jahren nicht zuletzt deshalb, weil sie durch „ausgereifte“ Technik ihrem Namen stets gerecht wurden.

Die frühen 80er Jahre brachten Lepper jedoch zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten: Der deutsche Hausgerätemarkt war weitgehend gesättigt und die Produktion der „Weißen Ware“ war nahezu ausschließlich in die Hände internationaler Großkonzerne übergegangen, die Waschgeräte besonders kostengünstig produzieren und anbieten konnten. Als einer der letzten mittelständischen Waschmaschinenbauer in Deutschland musste Lepper 1984 Insolvenz anmelden. Die Hausgerätesparte wurde von Bauknecht übernommen, die Fertigung in Bad Honnef aufgegeben.

Info zum abgebildeten Geraet: ehemals Quelle Best.Nr. 05936, aus dem F/S Katalog 1965, damaliger Kaufpreis: 1.250 DM.

 

Geblieben aber ist der Name „Matura“, der von Quelle noch heute als Vertriebsmarke für Hausgeräte der Premium-Klasse genutzt wird.

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