Miele
Miele-Kraftwaschmaschine Nr. 51

Anfang des 20. Jhds. war auf dem Lande, aufgrund der verstreut liegenden Haushaltungen und Betriebe, das Installieren eines Leitungsnetzes wirtschaftlich noch nicht tragbar. Was lag also näher, als einen Antrieb zu entwickeln, wo die Antriebskraft für unterschiedlichste Gerätschaften mittels Transmissionen weitergeleitet werden konnte.

Wasserkraft/Mühlrad oder Windenergie waren die erste zentrale Antriebskraft. Später wurde die Transmission von einem zentralen Motor/Dampfmaschine  angetrieben. An den Stellen, wo ein Gerät angetrieben werden musste, wurde die Antriebskraft mit einem breiten und ledernen Flachriemen an das entsprechende Gerät herangeführt.

Zeugnis dieser Antriebskraft waren Räder aus Holz oder Eisen, montiert auf starken Holz bzw. Stahlwellen, die über Lagerbuchsen an Gusseisernen Traversen an Wand, Decke oder Boden befestigt waren. Ich selbst kenne Betriebe, in denen derartige Konstruktionen in den 60er Jahren noch in Betrieb waren. Ein Bild im Internet, zeigt anschaulich eine Transmissionskonstruktion in der Werkstatt eines Schreiners.

Miele Kraftwascher No.51:
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Die "Kraftwascher" waren so konstruiert, dass sie an derartige Transmissionen angeschlossen werden konnten. Auffallend waren auch hier die großen gusseisernen Antriebsräder. Eines dieser Räder war nur für den Leerlauf konzipiert. Wurde der Riemen mittels Handhebel auf das daneben liegende zweite Antriebsrad verschoben wurde der Waschbeweger über ein Untersetzungsgetriebe in Gang gesetzt. Nach dem Waschen wurde der Flachriemen wieder auf die leer laufende Riemenscheibe zurückgeschoben. 

Diese "Miele-Kraftwaschmaschine", ein interessantes Stück Technikgeschichte Baujahr 1904-1905, stand in Bottichgrößen von 80 bis 200 Liter zur Verfügung. Der Bottich war aus bestem Eichenholz gefertigt. Je nach Größe wog das Gerät zwischen 105 und 150 Kg. Trotzdem musste es aufgrund der starken Zugkräfte, die von der Riemenspannung ausgingen, am Boden mit starken Bolzen befestigt und genau ausgerichtet werden. Schon kleinere Abweichungen von der "Riemenflucht" führten zu einem Abspringen des Antriebsriemens und dies bedeutete meist den Stillstand der ganzen Transmission.  Der Verkaufspreis lag bei 100 - 150 Mk.  

Mit der Entwicklung von kleinen und leistungsstärkeren Elektromotoren wurde die klassische Transmission jedoch verdrängt. Als Beispiel für diese Entwicklung, soll dieser Elektromotor von Miele genannt sein. Lieferbar in Dreh/Wechsel- und Gleichstrom unterschiedlicher Leistung und für Spannungen von 110, 220 und 380 Volt.

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Homepage miele-03.htm © erstellt: 17.06.2001 update:08.04.2005 URL:http://www.oldieWash.de e-Mail: wolter-berlin@t-online.de